Pflegestellentagebuch von Bonny

Es gibt 45 Antworten in diesem Thema. Der letzte Beitrag () ist von Ingrid.

  • Bonita, jetzt Bonny



    Durch Zufall erfuhren wir von der 14 Jahre alten Bonita, die ihr Leben nur im Zwinger verbringen musste. Wir fuhren sofort hin, um ihr für ihre alten Tage ein besseres Leben zu vermitteln.
     
    Beim dringend notwendigen und durch geführten Tierarztbesuch stellte sich heraus, dass die Sehkraft wohl stark gegen 0 geht. Auf Handbewegungen kurz vor ihren Augen regiert sie jedoch noch.
    Der allgemeine Pflegezustand war sehr schlecht, das Fell verklebt, verfilzt und unangenehm riechend. An den Stellen wo die Haut sichtbar war sah man Schuppen ohne Ende. Ein Verdacht auf Parasiten ergab sich, allerdings nur soweit durch das verklebte Fell sichtbar, nicht. Die letzten, noch vorhandenen Zähne waren in einem schlimmen Zustand, die Kauleisten vereitert. Entlang der Milchleiste waren Knötchen fühlbar.


    Es gab also viel zu tun...

  • Moin,
    ich habe mit dem Zwerglein Bonny eine kleine Weltreise gemacht: um zwei Blocks herum, 200 Meter? 300 Meter? Und endlich, am dritten Tag, hat das kleine Dingelchen ordentlich Wasser getrunken und ein wenig gefressen. Sie kommt hervorragend mit ihrer verringerten Sehkraft durchs Leben, Bürgersteige die nicht höher sind als sie selbst, kann sie problemlos rauf und runter hüpfen.
    Das sieht witzig aus.




    Der nächste Tierarztbesuch ist für den Donnerstag vorgesehen. Ein Blutbild unter anderem zur Kontrolle der Nierenwerte und später wahrscheinlich eine Operation, die vereiterten Zähne müssen raus. Unsere Hunde sollen keine Schmerzen leiden, auch wenn das Risiko der Narkose bestimmt hoch ist. Ein Knötchen soll nur raus, wenn die Tierärztin es für zwingend sieht.


    Die Kosten für Behandlungen von Bonny werden von den Notspitzen übernommen.

  • Heute Abend waren wir beim Tierarzt.
     
    Bonny hat sich brav Blut abnehmen lassen; aber sie hat dann schon ein wenig Schutz vor dem Tierarzt bei mir gesucht. Das Herz scheint unauffällig, so dass die Operation der Kauleisten erfolgen kann. Es sei denn, das Blutbild bringt unerwartet schlechte Werte.


    Munter tippelt sie durch die Wohnung und schaut sich neugierig überall um. Zwischendurch kommt sie immer wieder mal zu mir. Entweder kennt sie Auto fahren schon oder fährt jetzt gerne Auto. An jeder offenen Tür will sie hoch krabbeln. Mit ihren kurzen Beinchen schafft sie es aber nicht einzusteigen, ohnehin kommt sie hinten in die Box.


    Wenn sie entspannt mitläuft, hat sie einen ganz rasanten Hüftschwung. :D

  • Bis jetzt ist Bonny 100 Prozent stubenrein.


    Gestern Abend, beim Abendessen (warm), war sie ganz aufgeregt und wäre am liebsten auf den Teller gekrabbelt. Später kam der Nachbars Bub zu Besuch, er bekam eine Schale Haferflocken mit Milch, Zucker und Schoki. Auch hier wurde Bonny etwas ungeduldig, wo bleibt meine Portion? Zur Nacht habe ich sie eine kleine Portionen Eiscreme schlecken lassen, sie fand es toll.


    Mir scheint, dass sie Kochdüfte und Geschirrgeklapper sehr gut kennt und das mit Füttern verbindet weil sie, wenn ich Brot esse nicht so auffällig ist.

  • Die Operation ist gut verlaufen und Bonny ist wieder munter. :thumbsup:


    Entgegen der "Anordnung" der vorigen Halterin, die Zähne - obwohl in schlechtem Zustand - nicht mehr sanieren zu lassen, ist das nun doch passiert, und ich bin froh darüber. Der Tierärztin quoll der Eiter aus allen Zähnen entgegen, auch für sie ein seltener Anblick. Bonny hat nun leider keine Zähne mehr, was bei der Ernährung aber kein Problem darstellt.
    Es war allerhöchste Eisenbahn...


    Am Bäuchlein wurde wegen der kleinen Knötchen nach Untersuchung der Tierärztin nichts mehr unternommen. Das Blutbild zeigt erhöhte Leukozyten, und ganz leicht erhöhte Werte für Leber und Nieren. Im Moment wird das auf die vereiterten Kauleisten zurück geführt.
    In ca. 4 Wochen erfolgt auf jeden Fall eine Kontrolle des Blutbildes.

  • Mal ein paar Bilder auf Wunsch...






    Auf den Bildern sieht man es noch nicht, aber Bonny’s Zunge ist wieder am Platz obwohl keine Zähne mehr da sind, einfach toll...
    Ihr Fell fühlt sich auch schon viel fluffiger an und der Eigengeruch ist auch nicht mehr so dramatisch.


    Nächste Woche geht's zum Frisör. Ich muss dann mal schauen, wo ich dann so ein kleines warmes Mäntelchen auftreibe. Die Sachen, die ich zur Zeit habe sind ihr leider viel zu groß.

  • Bonny ist okay, völlig unauffällig.
    Wenn ich einen Rhythmus von ca. 3 Stunden einhalte, scheint sie absolut stubenrein zu sein. Bürsten, gefällt ihr nicht so gut. Das Fell fasst sich aber auch mittlerweile besser an, schön weich, vorher war es fast drahtig. Bonny ruht viel, aber sie passt ganz genau auf ob ich wohl aufstehe und wenn ja - läuft sie sofort mit.


    Heute Nachmittag sind wir zum Bäcker gelaufen, ich habe Bonny zum ersten Mal draußen festgemacht. (Nein, keine Angst, ich hatte sie natürlich immer im Blick, denn Hunde soll man nie vor einem Geschäft anbinden und allein lassen). Weil Bonny jedes Mal hinter mir her wollte und zu weit in den Gehweg hinein ging, habe ich sie immer wieder zurück gestellt.
    Jedes Mal wieder rein in den Laden - raus aus dem Laden - rein in den Laden. =O Beim gefühlten 26. Mal hat Bonny verstanden:


    Nicht hinter der Chefin her laufen... :thumbup:

  • Mit Omi Bonny ist was nicht in Ordnung. :(


    Gestern Abend wollte sie schon nicht so richtig mitlaufen. Heute früh habe ich sie getragen, Bonny hatte gar keinen Schwung. Aus ihrer Schlaf-Box wollte sie schon gar nicht raus. Aber trotzdem hat sie gut gegessen, mit Appetit, ein gutes Zeichen.


    Nun sitzt sie hier auf meinem Schoß wie ein nasser Sack. Heute Abend ist Kontrolle der Kauleisten, da soll die Tierärztin noch mal alles genauer nachsehen.

  • Es geht ihr wieder besser. :freu:


    Aber heute Nachmittag musste ich Bonny noch bei einem größeren Spaziergang fast zwei Stunden tragen. Glücklicherweise wiegt sie nicht viel. Sie wollte einfach nicht laufen, war schlapp und müde, immer wieder fielen ihr die Augendeckel zu.


    Die Tierärztin meinte, dass sie eventuell die Schmerz- oder Antibiotika-Medikamente nicht so gut vertragen habe. Die könne ich nun aber auch weglassen, die Kauleisten seien erstaunlich rasch und gut verheilt. Die Zunge werde nun zukünftig immer ein wenig heraus hängen. Sicherheitshalber hat sie Bonny noch mal untersucht und abgehört, die Beingelenke durch getestet - alles unauffällig.
    Gegen Abend wurde sie wieder ein wenig munter; nach dem Tierarzt-Besuch liefen wir dort noch mal eine Entspannungsrunde. Da ist sie wieder hoch interessiert mitgelaufen, mal hier und dort schnuppern. Dort hat sie einen großen, oh, riesengroßen Golden Retriever kennen gelernt. Hab mich aber erst erkundigt, ob er kleine Hunde als Zahnstocher nimmt. Der Retriever war natürlich von normaler Größe - aber die winzige Bonny daneben...


    Stuhlproben habe ich auch abgegeben zwecks Kontrolle auf Parasiten. Vielleicht hat sie ja doch welche und müffelt deshalb manchmal so ein wenig. Ich warte mit Spannung auf das Ergebnis.

  • Guten Morgen,
    Bonny bekommt XS-Krümel von Royal Canin, die kann sie schlucken. Seit sie aber wegen der Zahn-Sanierung zur Zeit Nassfutter von Wolfsblut bekommen hat möchte sie ihre XS-Krümel von Royal Canin nicht mehr so gerne fressen. Die Erfahrung, dass ein Hund sein Trockenfutter nicht mehr möchte, sondern lieber Nassfutter, mache ich bei jedem Hund.


    Heute früh ist Bonny wieder gut mitgelaufen. Mehrmals hat sie Pippi gemacht und dem klitzekleinen Hund entsprechend ein kleines Würstchen.

  • Heute haben wir wieder alle zusammen eine ältere Schlaganfall Patientin - Oma im Heim besucht.


    Sandra kennt ja schon den Weg. Recht flott lief sie die Gänge entlang, rein in den Fahrstuhl, raus aus dem Fahrstuhl, und hurtig weiter bis zur Oma. Dort ist sie auch nicht mehr so aufgeregt und wuselt nicht mehr hin und her.
    Bonny, im Gebäude bei mir auf dem Arm: "oh, ist die süß"; "die Zunge hängt raus...?!" Ja, 14 Jahre, und zahnlos. Einige Senioren haben sie dann auch mal gestreichelt.
    Obwohl ich die Tiere vorher im angrenzenden Wald immer erst ihr Geschäft erledigen lasse, bin ich nie sicher, ob sie nicht doch ein kleines Geschäft im Gebäude verrichten. Bonny scheint doch nicht ganz stubenrein zu sein denn wenn sie muss, dann macht sie, egal, wo sie gerade ist.


    Eben, hier Zuhause im Zimmer, eine Pfütze entdeckt - wir sind vielleicht seit anderthalb Stunden zu Hause. Sie hat aber zwischenzeitlich ganz viel getrunken, da dachte ich schon ob das gut geht, ging halt nicht gut. Aufgewischt, Hund geschnappt, in die Wiese gesetzt - noch einmal.
    Bonny schläft auch nicht die meiste Zeit, wie die Vorbesitzerin äußerte, im Gegenteil, sie ist die meiste Zeit wach. Morgen hat sie jetzt den Termin zum Frisör. Hoffentlich mute ich "Ihrer Winzigkeit" nicht zu viel zu. Ziemlich viel Aktion für das kleine, alte Tier.


    Schlimmstenfalls muss sie noch was nehmen gegen Würmer, abhängig vom Ergebnis der Kotuntersuchung; dann ist die Rundum-Versorgung erst einmal abgeschlossen. In vier Wochen erfolgt noch die Kontrolle des Blutbildes.

  • Beim Frisörbesuch sei sie sehr brav gewesen und hätte überhaupt nicht gemuckt und nicht gemault. Als sie fertig war, ist Bonny in ein Körbchen geklettert, dummerweise lag aber ein Portiönchen Kaffeesahne darin. Schlau wie sie ist hat sie das Deckelchen perforiert und ist so an die Milch gelangt.
    Hoffentlich gibt es keinen Durchfall...


    Die Damen haben Bonita komplett „verunstaltet“ - und hatten noch ihren Spaß dabei. Bitteschön, wie sieht das denn aus, dieser Firlefranz auf dem Kopf...






    Von dem vielen Zubehör resp. warmen Mäntelchen hat mir nur eines fast zugesagt. Es passte sehr gut, ich musste die Beine nicht irgendwo durchziehen, seitlich rechts und links und vorne am Hals Klettverschlüsse. Die fürchterliche Kapuze mit dem noch fürchterlicheren Kunstpelzkragen daran konnte man glücklicherweise abmachen. Aber leider war das Mäntelchen Himbeerpuddingrosa. :cursing:


    Nein, nicht diese Farbe für diesen Hund. Eher fange ich wieder an zu stricken...

  • Beim Nachmittags Spaziergang ist Bonny aus Versehen durch eine etwas größere Pfütze gelaufen. Fast wäre Ihre Winzigkeit untergegangen, huch, aber mit einem kühnen Hopser hat Bonny sich an das nahe Ufer gerettet. Die nassen Pfötchen haben Bonny nicht weiter gestört.
    Manchmal zum Piepen, so ein winziger Hund....

  • Bonny pullert mir leider doch noch in der Wohnung.
    Darum muss sie nachts in eine Box, die aber komischerweise immer sauber und trocken bleibt. Demnach hat sie Darm und Blase durchaus unter Kontrolle. Ich versuche, zwecks "Wiesen gehen" einen Rhythmus von ca. zwei Stunden einzuhalten, dann schaffen wir das ohne Pfützchen in der Wohnung, meistens.
    Nach den Mahlzeiten muss sie nach etwa 20, spätestens 30 Min. vor die Tür, dann erledigt sie ihre Geschäfte draußen.
    Sie läuft bei unseren Gassi-Runden fleißig mit und kann die Bordsteine rauf und runter hüpfen, das ist gar kein Problem. Allmählich bekommt Bonny Muckis und Ausdauer.
    Nachts scheint sie nicht so gut zu sehen, da hat sie schon mal in dunklen Ecken keine Orientierung, aber nicht schlimm.


    Bonny hat heute zwei neue Fans dazu bekommen. "Oh, wie Süß" - der übliche verzückte Tenor. Und gleich hinterher: "die hätte ich auch genommen" - oder "die will ich haben". In beiden Fällen sagt der Familienrat vorhersehbar aber dann nein. Bonny ist es beim momentanen Wetter ein wenig fröstelig, ich muss doch mal los ziehen und ein oder zwei Joppen besorgen.


    Ob das kleine Tier auch bellen kann? Manchmal knarzt sie so vor sich hin, eine seltsame Geräuschentwicklung, aber was anderes hat Bonny noch nicht von sich gegeben.

  • Bonny hat immer noch nicht gebellt,
    aber schreien kann sie. Momentan ist sie so rastlos, dass sie keine 5 Minuten still sitzen/liegen kann. Gestern Abend habe ich sie dann mal in ihre Box gepackt und das hat ihr überhaupt nicht gepasst. Sie fiepte erst mal - um dann zwischendurch immer wieder einen durchdringenden Schrei loszulassen. Sie hat trotz ihrer Winzigkeit eine sehr kräftige Stimme.


    "Ihre Winzigkeit" bekommt nun doch Herztabletten auf einem kleinen Stückchen Wurstbrot oder Käsebrot oder Leberwurstkügelchen. Leider kann sie nicht einfach mal vorsichtig das Leckerli aus der Hand nehmen - nein, es wird gleich der halbe Arm mit abgerissen...
    Heute wäre sie fast wieder in einem Pfützchen ertrunken und durch einen Gulli geplumpst, gut , dass der Zwerg immer an der Leine fest ist. Zwei Tage habe ich jetzt kein Pippi mehr in der Wohnung gesehen.
    Wenn das anhält ist alles im grünen Bereich mit ihr...

  • Bonny hustet ein bisschen,
    es hört sich an als ob ihre Atemwege mit fest sitzendem Schleim zu wären. Also waren wir gestern kurz beim TA. Bonny wurde nochmal abgehört - die Lunge ist nicht frei und die Lymphknoten sind ein bisschen geschwollen. Sie hat eine AB-Spritze bekommen.
    Bonny nimmt irgendwie nicht zu, sie fühlt sich immer noch ein bißchen knochig an. Aber sie ist munter, läuft beim Gassi mit, frisst mit Appetit. Alles ist zumindest optisch unauffällig.
    Die nächsten Tage muss sie noch mal zur Kontrollvorstellung.

  • Bonny geht es gut, die Beschwerden sind weg.


    Ihre Nachtbox ist immer trocken und sauber - aber Bonny pullert immer noch mal in die Wohnung. Obwohl ich etwa im Zwei-Stunden-Takt mit ihr raus gehe, nach dem Füttern gehen wir ja ohnehin.


    Die Anproben beim Schneider fand sie nicht so prickelnd, aber die Leckereien hinterher, da wurde sie ganz eifrig und hatte alle Scheu blitzartig abgelegt.
    Mich erstaunt immer wieder, wie gut sie zu Fuß ist. Mit welch elegantem Satz sie den Bürgersteig hoch hüpft, ein klein wenig Anlauf und hopp, mit lang gestrecktem Körper landet sie oben auf dem Gehweg.
    Ihr Appetit ist gut, aber sie hört nach wie vor sofort auf zu fressen wenn ich den Raum verlasse und zischt hinter mir her.


    Und natürlich wie immer, unterwegs die Kommentare der Passanten: "oh, wie süß...","ach, ist die goldig", "ich will auch so einen Hund, seit ich die Bonny gesehen habe", "Mama, guck mal, der kleine Hund!", usw., usf.


    Bonny fällt auf, zweifellos...